Innendämmung von Wänden: Kosten, Aufbau, Dämmstoffe und wichtige Tipps

Eine Innendämmung kann eine praktische Lösung sein, wenn die Außenwände eines Gebäudes nicht von außen gedämmt werden können – etwa bei denkmalgeschützten Fassaden, angrenzender Bebauung oder fehlendem Zugang.

Gleichzeitig erfordert die Dämmung von innen eine sorgfältige Planung, da Wärmebrücken, Feuchtigkeit und Schimmel vermieden werden müssen.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, welche Kosten für eine Innendämmung entstehen können, wie der typische Aufbau aussieht, welche Dämmstoffe infrage kommen und worauf Sie bei der Planung und Ausführung besonders achten sollten.

Innendämmung

Was ist eine Innendämmung?

Eine Innendämmung ist eine Wärmedämmung, die auf der Innenseite von Außenwänden, Decken oder Fußböden angebracht wird, die an den Außenraum grenzen. Sie dient dazu, den Wärmeverlust durch die Außenhülle eines Gebäudes zu reduzieren, ohne dass die Fassade von außen verändert werden muss.

Wann ist eine Innendämmung sinnvoll?

Eine Innendämmung kommt insbesondere infrage, wenn eine Außendämmung nicht praktikabel ist.

Typische Gründe sind:

  • Denkmalschutz oder andere Anforderungen an die Fassade
  • eine hochwertige oder erhaltenswerte Außenfassade
  • Fachwerk oder Sichtmauerwerk
  • Grenzbebauung oder begrenzte Grundstücksflächen
  • eine Außendämmung wäre technisch oder wirtschaftlich unverhältnismäßig
  • einzelne Räume oder Wohnungen sollen energetisch verbessert werden
  • eine Fassade soll aus optischen Gründen unverändert bleiben

Bei einem ausreichend zugänglichen und technisch geeigneten Gebäude ist eine Außendämmung bauphysikalisch häufig einfacher, weil die Außenwand auf der warmen Seite der Dämmschicht bleibt.

Was kostet eine Innendämmung 2026?

Die Kosten hängen stark vom gewählten Dämmsystem, der Dämmstärke, dem Wandaufbau und dem Aufwand für Anschlüsse und Oberflächen ab.

Für eine Innendämmung von Außenwänden sind grob 60 bis 150 Euro pro m² als Orientierung möglich. Aufwendige Systeme, schwierige Untergründe oder umfangreiche Vorarbeiten können darüber liegen.

Eine pauschale Quadratmeterangabe reicht für eine seriöse Kalkulation allerdings nicht aus.

Zu den Kosten können unter anderem gehören:

  • Dämmplatten oder Dämmmatten
  • Kleber und Befestigungsmaterial
  • Armierung und Oberflächenbeschichtung
  • Untergrundvorbereitung
  • Dampfbremse beziehungsweise luftdichte Ebene
  • Unterkonstruktion bei bestimmten Systemen
  • Behandlung von Fensterlaibungen
  • Anpassung von Steckdosen und Installationen
  • Anpassung von Heizkörpern
  • neue Fensterbänke oder Sockelleisten
  • Putz- und Malerarbeiten
  • Planung und bauphysikalische Berechnungen

Beispiel: Werden 50 m² Außenwandfläche mit einem System für 60 bis 150 Euro pro m² gedämmt, ergeben sich allein für die genannten Flächenkosten etwa 3.000 bis 7.500 Euro. Zusätzliche Planungs-, Detail- oder Sanierungsarbeiten können die Gesamtkosten erhöhen.

Wichtig: Bei einer Innendämmung sollte nicht ausschließlich nach dem günstigsten Angebot entschieden werden. Ein scheinbar günstiges System kann durch aufwendige Detailarbeiten oder notwendige Nachbesserungen deutlich teurer werden.

Welche Vorteile hat eine Innendämmung?

Der größte Vorteil liegt darin, dass der Wärmeschutz verbessert werden kann, ohne die Außenfassade zu verändern.

Weitere Vorteile:

  • keine Veränderung der Fassadenoptik
  • keine Gerüststellung an der Außenfassade erforderlich
  • unabhängig von Witterung ausführbar
  • einzelne Räume können gezielt saniert werden
  • kleinere Sanierungsabschnitte sind möglich
  • Innenoberflächen werden bei fachgerechter Ausführung wärmer
  • Räume können nach einer Heizpause schneller wieder auf angenehme Temperaturen kommen
  • besonders interessant bei denkmalgeschützten oder erhaltenswerten Fassaden

Ein weiterer Vorteil ist die größere Gestaltungsfreiheit bei der energetischen Sanierung einzelner Räume. Eine komplette Fassadensanierung ist nicht zwingend erforderlich, wenn nur bestimmte Gebäudeteile energetisch verbessert werden sollen.

Welche Nachteile und Risiken hat eine Innendämmung?

Die Innendämmung hat gegenüber der Außendämmung einige bauphysikalische Nachteile.

1. Die Außenwand wird hinter der Dämmung kälter

Das ist einer der wichtigsten Punkte.

Durch die Innendämmung gelangt weniger Raumwärme in das bestehende Mauerwerk. Dadurch sinkt dessen Temperatur während der Heizperiode. Gleichzeitig verändert sich der Feuchtehaushalt des Bauteils.

Deshalb muss geprüft werden, ob der geplante Wandaufbau dauerhaft funktioniert.

2. Wärmebrücken werden wichtiger

Besonders kritisch sind beispielsweise:

  • Fensterlaibungen
  • Deckenanschlüsse
  • Innenwandanschlüsse
  • Gebäudeecken
  • Rollladenkästen
  • Heizkörpernischen
  • Balkonanschlüsse
  • Geschossdecken
  • Sockelbereiche

Eine gedämmte Wandfläche allein garantiert deshalb noch keinen sicheren Aufbau.

3. Wohnfläche geht verloren

Je nach System und Dämmstärke wird die Wand nach innen dicker. Dadurch verringert sich die nutzbare Raumfläche.

Außerdem können Anpassungen an:

  • Steckdosen
  • Heizkörpern
  • Fensterbänken
  • Türen
  • Fußleisten
  • Möbeln

notwendig werden.

4. Feuchtigkeit kann zum Problem werden

Ein feuchtes Mauerwerk sollte nicht einfach überdämmt werden.

Vor Beginn der Arbeiten muss geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Schlagregen, aufsteigende Feuchtigkeit, seitlich eindringende Feuchtigkeit, Leckagen oder bereits vorhandene Schäden.

Eine Innendämmung ersetzt keine Bauwerksabdichtung.

Welche Dämmstoffe eignen sich für die Innendämmung?

Für Innendämmungen stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Die Auswahl sollte sich am Wandaufbau und am Feuchteverhalten orientieren.

Kalziumsilikatplatten

Kalziumsilikatplatten werden häufig für Innendämmsysteme eingesetzt. Sie sind mineralisch, kapillaraktiv und können bei geeigneten Wandaufbauten Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.

Sie werden deshalb unter anderem bei der Sanierung von Bestandsgebäuden eingesetzt.

Mineralschaumplatten

Mineralschaumplatten sind ebenfalls mineralische Dämmstoffe. Sie können in bestimmten Innendämmsystemen eingesetzt werden und bieten den Vorteil eines mineralischen, nicht brennbaren beziehungsweise brandschutztechnisch günstigen Materials – abhängig vom konkreten Produkt und System.

Holzfaser

Holzfaserplatten werden häufig bei ökologisch orientierten Sanierungen eingesetzt. Sie können Feuchtigkeit puffern und bieten neben dem Wärmeschutz weitere bauphysikalische Eigenschaften.

Ob Holzfaser für eine konkrete Außenwand geeignet ist, muss jedoch anhand des Wandaufbaus geprüft werden.

Mineralwolle

Mineralwolle kann Bestandteil von Vorsatzschalen oder anderen Innendämmsystemen sein. Bei solchen Konstruktionen spielt die korrekte Ausführung der luftdichten beziehungsweise dampfbremsenden Ebene eine besonders wichtige Rolle.

Dämmstoffe mit Dampfbremse

Konstruktionen mit Dämmstoff und Dampfbremse können ebenfalls funktionieren. Sie stellen jedoch hohe Anforderungen an Planung und Ausführung.

Insbesondere Durchdringungen, Anschlüsse und Fugen müssen dauerhaft luftdicht ausgeführt werden.

Entscheidend ist nicht der Dämmstoff allein, sondern das komplette System aus Wand, Dämmung, Anschlüssen, Oberfläche und Feuchteschutz.

Wie wird eine Innendämmung richtig geplant?

Eine funktionierende Innendämmung beginnt nicht mit dem Aufkleben von Dämmplatten, sondern mit der Bestandsaufnahme.

Zunächst sollte der vorhandene Wandaufbau möglichst genau ermittelt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Baujahr und Bauweise des Gebäudes
  • Mauerwerksart
  • Wanddicke
  • vorhandene Putz- und Beschichtungsschichten
  • Zustand des Mauerwerks
  • Feuchtebelastung
  • vorhandene Wärmebrücken
  • Fenster- und Türanschlüsse
  • Decken- und Innenwandanschlüsse
  • Schlagregenbeanspruchung der Fassade

Anschließend kann das geeignete Dämmsystem ausgewählt werden.

Warum Wärmebrücken besonders wichtig sind

Wird eine Außenwand von innen gedämmt, bleiben angrenzende Bauteile zunächst ungedämmt. Dadurch können an den Übergängen deutlich niedrigere Oberflächentemperaturen entstehen.

Besonders wichtig sind deshalb:

  • Fensterlaibungen
  • Deckenanschlüsse
  • Innenwandanschlüsse
  • Außenecken
  • Rollladenkästen

Je nach Gebäude und System kann eine detaillierte bauphysikalische Untersuchung erforderlich sein.

Wie wird eine Innendämmung angebracht?

Der konkrete Aufbau hängt vom verwendeten System ab. Eine allgemeingültige Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle Innendämmungen gibt es deshalb nicht.

Typischerweise umfasst die Ausführung folgende Schritte:

1. Untergrund prüfen

Der Untergrund muss tragfähig und für das jeweilige System geeignet sein.

Lose Putze, alte Beschichtungen oder schadhafte Stellen müssen gegebenenfalls entfernt beziehungsweise saniert werden.

2. Feuchtigkeit untersuchen

Vor der Montage muss geprüft werden, ob die Wand trocken beziehungsweise für das geplante System geeignet ist.

Bei einem Feuchteschaden muss zunächst dessen Ursache beseitigt werden.

3. Dämmplatten beziehungsweise Dämmsystem montieren

Je nach System werden die Dämmplatten vollflächig verklebt, mechanisch befestigt oder innerhalb einer Unterkonstruktion montiert.

Die jeweiligen Herstellervorgaben sind einzuhalten.

4. Anschlüsse ausführen

Fensterlaibungen, Decken, Innenwände und andere Anschlüsse müssen entsprechend dem gewählten System ausgeführt werden.

Gerade diese Details entscheiden häufig darüber, ob die Innendämmung langfristig funktioniert.

5. Oberfläche herstellen

Je nach System folgen beispielsweise Armierungsschicht, Oberputz oder eine andere geeignete Oberflächenbeschichtung.

Auch bei Farben und Tapeten muss auf die Systemverträglichkeit geachtet werden.

Innendämmung und Feuchtigkeit: Warum ist der Wandaufbau so wichtig?

Feuchtigkeit ist eines der größten Risiken bei einer falsch geplanten Innendämmung.

Durch die Dämmung verändert sich die Temperaturverteilung innerhalb der Wand. Gleichzeitig kann sich der Feuchtehaushalt des Bauteils verändern.

Dabei reicht es nicht aus, pauschal zu sagen, dass eine Wand „diffusionsoffen“ sein muss.

Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:

  • Temperaturverlauf
  • Feuchteeintrag
  • Wasserdampfdiffusion
  • kapillarer Feuchtetransport
  • Luftdichtheit
  • Schlagregen
  • vorhandene Durchfeuchtung
  • Materialeigenschaften
  • Wärmebrücken

Eine häufige Ursache für Feuchteprobleme sind außerdem Luftströmungen durch Undichtigkeiten. Feuchte Raumluft kann dabei in Bauteilkonstruktionen gelangen und dort zu Feuchteproblemen führen.

Deshalb sollte eine Innendämmung nicht allein anhand des sogenannten Taupunkts beurteilt werden. Bei anspruchsvollen Konstruktionen sind bauphysikalische Nachweise beziehungsweise hygrothermische Berechnungen sinnvoll.

Kann man eine Innendämmung selbst machen?

Teilweise ja – bei Außenwänden ist eine komplette Innendämmung aber nicht grundsätzlich ein geeignetes DIY-Projekt.

Das Anbringen von Dämmplatten kann handwerklich relativ einfach erscheinen. Die schwierigen Punkte liegen jedoch häufig nicht in der Montage der großen Flächen, sondern in der bauphysikalischen Planung und den Details.

Besonders kritisch sind:

  • Fensteranschlüsse
  • Deckenanschlüsse
  • Innenwandanschlüsse
  • luftdichte Anschlüsse
  • Wärmebrücken
  • Installationen
  • Feuchtebelastung
  • Übergänge zu anderen Bauteilen

Bei einem einfachen, vom Hersteller eindeutig vorgegebenen System kann Eigenleistung möglich sein. Bei einem unbekannten Wandaufbau, Feuchteschäden oder vielen Wärmebrücken sollte die Planung dagegen einem Fachbetrieb beziehungsweise einer bauphysikalisch qualifizierten Fachperson überlassen werden.

Wie viel Heizkosten spart eine Innendämmung?

Eine pauschale Prozentzahl lässt sich seriös nicht nennen.

Die mögliche Energieeinsparung hängt unter anderem ab von:

  • Ausgangszustand der Außenwand
  • Fläche der gedämmten Wand
  • Dämmstärke
  • Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs
  • Anteil der Wärmebrücken
  • Fensterqualität
  • Heizsystem
  • Gebäudegeometrie
  • Raumtemperatur
  • Nutzerverhalten

Deshalb ist die Aussage, eine Innendämmung spare beispielsweise pauschal „30 % Heizkosten“, nicht belastbar.

Die Innendämmung reduziert zwar den Wärmedurchgang durch die gedämmten Bauteile. Daraus lässt sich aber nicht automatisch eine entsprechende prozentuale Einsparung bei den gesamten Heizkosten ableiten.

Für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte deshalb das konkrete Gebäude betrachtet werden.

Wird eine Innendämmung 2026 gefördert?

Ja. Eine energetische Dämmung der Gebäudehülle kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) förderfähig sein.

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle nennt die aktuelle Förderübersicht eine Grundförderung von 15 %. Bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) kann zusätzlich ein 5-%-Bonus hinzukommen – seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 allerdings nur noch für den förderfähigen Kostenanteil oberhalb von 30.000 €.

Bei kleineren Einzelmaßnahmen wie einer reinen Innendämmung, die häufig deutlich unter dieser Schwelle liegt, bringt der iSFP-Bonus dadurch aktuell keinen zusätzlichen Zuschuss mehr. Er lohnt sich vor allem, wenn die Innendämmung Teil eines größeren, iSFP-basierten Sanierungspakets ist, das insgesamt über 30.000 € förderfähige Kosten erreicht. Die Förderung für Fachplanung und Baubegleitung kann separat berücksichtigt werden.

Wichtig: Förderbedingungen können sich ändern. Vor Beginn einer Maßnahme sollten deshalb die aktuell geltenden Förderbedingungen und technischen Anforderungen geprüft werden.

Welche Vorschriften gelten für die Innendämmung?

Bei energetischen Sanierungen sind unter anderem die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu beachten.

Dabei ist wichtig, zwischen gesetzlichen Anforderungen und technischen Empfehlungen zu unterscheiden.

Für die bauphysikalische Beurteilung von Wärme- und Feuchteschutz sind außerdem technische Regeln und Normen relevant. Die DIN 4108 ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Normenreihe.

Für die Planung von Innendämmungen im Bestand sind darüber hinaus die WTA-Merkblätter relevant.

Innendämmung oder Außendämmung: Was ist besser?

Wenn beide Varianten technisch möglich sind, bietet die Außendämmung häufig bauphysikalische Vorteile, weil die bestehende Außenwand innerhalb der warmen Gebäudehülle liegt.

Eine Innendämmung kann dagegen die bessere Lösung sein, wenn die Fassade nicht verändert werden darf oder soll.

KriteriumInnendämmungAußendämmung
Fassadenoptikbleibt erhaltenverändert sich
Gerüstmeist nicht erforderlichhäufig erforderlich
Wohnflächewird reduziertbleibt erhalten
Wärmebrückenbesonders kritischmeist einfacher lösbar
Feuchteschutzanspruchsvollermeist einfacher
Einzelne Räume sanierbarjaschwieriger
Denkmalschutzhäufig interessanthäufig problematisch
Witterungsabhängigkeitgeringhöher

Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand der Kosten getroffen werden.

Was sind die häufigsten Fehler bei einer Innendämmung?

Die größten Probleme entstehen häufig durch eine falsche Planung und nicht durch die Dämmplatten selbst.

Fehler 1: Eine feuchte Wand einfach überdämmen

Feuchtigkeit muss zuerst untersucht und ihre Ursache beseitigt werden.

Fehler 2: Nur die großen Wandflächen betrachten

Fensterlaibungen, Decken- und Innenwandanschlüsse können für die bauphysikalische Funktion entscheidend sein.

Fehler 3: Dämmstoff nach dem Preis auswählen

Ein günstiger Dämmstoff ist nicht automatisch für jeden Wandaufbau geeignet.

Fehler 4: Tauwasser nur mit einer einfachen Faustregel beurteilen

Die Feuchtebilanz eines Bauteils ist komplexer als die reine Bestimmung eines Taupunkts.

Fehler 5: Anschlüsse und Durchdringungen unterschätzen

Steckdosen, Leitungen, Fensteranschlüsse und Übergänge müssen zum jeweiligen System passen.

Fehler 6: Jede Wand gleich behandeln

Altbauten können aus sehr unterschiedlichen Materialien bestehen. Ein Fachwerkhaus, ein Ziegelmauerwerk und eine massive Natursteinwand benötigen nicht zwangsläufig dasselbe Dämmsystem.

Fehler 7: Förderantrag zu spät prüfen

Wer eine Förderung nutzen möchte, sollte die Förderbedingungen vor Beginn der Maßnahme klären.

FAQ zur Innendämmung

Innendämmung: Wer macht das?

Innendämmung wird von spezialisierten Handwerksbetrieben, Sanierungsfirmen und Dämm-Experten durchgeführt – also von Unternehmen, die sich auf energetische Sanierung, Trockenbau, Putz- und Dämmarbeiten fokussieren.

Bei Getifix-WB erhalten Sie Innendämmung als komplette Leistung aus einer Hand: von der ersten Beratung und Feuchtemessung über die Planung des passenden Dämmsystems bis zur schlüsselfertigen, verputzten und streichfertigen Wand.

Welche Innendämmung im Altbau?

Im Altbau sind diffusionsoffene, kapillaraktive Systeme meist die sicherere Wahl.

  • Empfohlen: Kalziumsilikat, Mineralschaum, Holzfaser – sie puffern Feuchtigkeit und reduzieren Schimmelrisiko.
  • Wichtig: Lückenlose, hohlraumfreie Verklebung, Flankendämmung an Fensterlaibungen/Deckenanschlüssen und angepasstes Lüften.

Welche Innendämmung gegen Schimmel?

Schimmel entsteht vor allem durch Tauwasser an kalten Oberflächen und Feuchtestau hinter der Dämmung.

  • Beste Wahl: Kapillaraktive Materialien wie Kalziumsilikat und Mineralschaum, da sie Feuchtigkeit aufnehmen, verteilen und abgeben; Kalziumsilikat ist zusätzlich alkalisch und hemmt Pilzwachstum.
  • Alternativ: Holzfaser (diffusionsoffen) bei trockenem, tragfähigem Mauerwerk.
  • Vermeiden: Luftspalte, unvollständige Dämmflächen und dampfdichte Systeme ohne funktionierende Dampfbremse.

Welche Innendämmung im Bad?

Im Bad ist die Feuchtebelastung höher – hier sind kapillaraktive, alkalische Systeme besonders sinnvoll.

  • Empfehlung: Kalziumsilikatplatten (schimmelhemmend, feuchteregulierend) oder Mineralschaum.
  • Hinweis: Auch mit Innendämmung gilt: Stoßlüften mehrmals täglich, Oberflächen warm halten, Wärmebrücken an Fensterlaibungen dämmen.

Welche Innendämmung für Fachwerkhäuser?

Bei Fachwerk muss die Konstruktion „atmen“ können; diffusionsoffene Systeme sind Pflicht.

  • Geeignet: Holzfaser, Mineralschaum, teils Kalziumsilikat – immer ohne dampfdichte Folien, die Feuchtigkeit im Holz stauen könnten.
  • Planung: Bauphysikalische Prüfung, Vermeidung von Hohlräumen, sorgfältige Anschlüsse an Balken und Gefachen.

Welche Innendämmung ohne Dampfsperre?

Wenn Sie auf eine Dampfsperre verzichten möchten, wählen Sie kapillaraktive, diffusionsoffene Systeme.

  • Ohne Dampfsperre geeignet: Kalziumsilikat, Mineralschaum, Holzfaser (systemkonform).
  • Nicht ohne Dampfbremse: Mineralwolle in Vorsatzschale und viele PUR/PIR-Verbundplatten – hier ist eine luftdichte Ebene zwingend.

Welche Innendämmung auf Gipsputz?

Auf intaktem, trockenem Gipsputz sind vollflächig geklebte Platten gut umsetzbar.

  • Praxis: Untergrund prüfen (Tragfähigkeit, Feuchtigkeit), dann Kalziumsilikat oder Mineralschaum mit systemkonformem Kleber vollflächig aufbringen.
  • Alternativ: Vorsatzschale mit Dämmung und neuer Beplankung, wenn der Putz entfernt wird oder starke Unebenheiten vorliegen.

Was bringt 5 cm Innendämmung? (und 4 cm / 6 cm)

Die Dämmwirkung hängt vom λ-Wert des Materials ab; grob gilt: Je dicker, desto besser – aber mit abnehmendem Grenznutzen.

  • 5 cm Kalziumsilikat/Mineralschaum: Spürbare Anhebung der Oberflächentemperatur, oft ca. 1–2 K wärmere Wand; Energieeinsparung moderat, aber Schimmelrisiko sinkt deutlich.
  • 4 cm: Immerhin messbare Verbesserung, besonders bei sehr kalten Außenwänden; für hohe Einsparungen meist zu wenig.
  • 6 cm: Noch bessere Wirkung als 5 cm, besonders bei schlechteren λ-Werten; sinnvoll, wenn Platz vorhanden ist.

Hinweis: Exakte U-Wert-Verbesserungen hängen vom Bestand ab; für Förderungen sind oft tiefere U-Werte nötig.

Was ist die beste Innendämmung?

„Die beste“ Innendämmung gibt es nicht pauschal – sie hängt von Wand, Feuchte, Platz und Nutzung ab.

  • Altbau, schimmelgefährdet/Bad: Kalziumsilikat oder Mineralschaum (kapillaraktiv, diffusionsoffen).
  • Viel Platz, Budget-fokus: Mineralwolle + Dampfbremse (sehr gute Dämmwirkung pro Euro, aber anspruchsvoll in der Luftdichtheit).
  • Wenig Platz: PUR/PIR-Verbundplatten (niedriger λ-Wert), nur mit taupunktsicherer Planung.
  • Fachwerk/ökologisch: Holzfaser (diffusionsoffen, kapillaraktiv).

Ist Styrodur (XPS) für Innendämmung geeignet?

Styrodur (XPS) ist dämmstark und feuchteresistent, aber dampfdicht.

  • Geeignet: Ja, wenn der Aufbau taupunktsicher geplant ist (z. B. mit funktionierender Dampfbremse, ohne Hohlräume).
  • Risiko: Bei Fehlplanung kann sich Feuchtigkeit zwischen Mauerwerk und Dämmung stauen → Schimmelgefahr.
  • Besser im Altbau: Oft kapillaraktive Systeme, weil sie fehlertoleranter sind.

Wie sinnvoll ist eine Innendämmung?

Innendämmung ist sinnvoll, wenn Außendämmung nicht möglich ist (Denkmal, Grenzbebauung, ETW) und die Wände sehr kalt sind.

  • Vorteile: Warmere Oberflächen, weniger Schimmelneigung, spürbar höherer Komfort, moderate Energieeinsparung.
  • Grenzen: Geringere Einsparung als Außendämmung, höhere bauphysikalische Anforderungen, Raumverlust.

Welche Platten für Innendämmung?

Häufig eingesetzte Platten sind: Kalziumsilikat, Mineralschaum, Holzfaser, PUR/PIR-Verbund, teils EPS/XPS.

  • Altbau/Feuchte: Kalziumsilikat, Mineralschaum.
  • Ökologie/Klima: Holzfaser.
  • Wenig Platz: PUR/PIR.

Welcher Dämmstoff für Innendämmung?

Die Wahl orientiert sich an Bauphysik, Feuchte und Platz.

  • Sicherste Allround-Lösung Altbau: Kalziumsilikat oder Mineralschaum (kapillaraktiv, diffusionsoffen).
  • Maximale Dämmwirkung pro Euro: Mineralwolle – aber nur mit professioneller Dampfbremse und Luftdichtheit.
  • Nachhaltig: Holzfaser.