Bodenplatte abdichten: Methoden für Altbau und Neubau

Wenn Sie Ihre Bodenplatte nachträglich abdichten wollen, richten Sie das Verfahren nach dem tatsächlichen Feuchteeintrag aus: Im Neubau planen Sie eine durchgehende Abdichtung mit dichten Anschlüssen; im Altbau lassen Sie zuerst die Ursache der Nässe klären.

Gerade am Übergang von Bodenplatte zu Wand entstehen Schwachstellen. Wird dort Feuchtigkeit sichtbar, sagt der Fleck allein noch nicht, wo das Wasser eintritt.

Bei einem bestehenden Gebäude im Raum Heilbronn oder Würzburg kommt es vor allem auf die örtlichen Gegebenheiten, den Zustand der Bodenplatte und die Ursache der Feuchtigkeit an.

Bodenplatte abdichten

Wann muss eine Bodenplatte abgedichtet werden?

Eine Bodenplatte muss immer dann abgedichtet werden, wenn Feuchtigkeit oder Wasser aus dem Erdreich in das Gebäude eindringen kann. Entscheidend ist nicht die sichtbare Nässe, sondern die Wasserbelastung auf das Bauteil – und die ist in der DIN 18533 über Klassen geregelt.

Was sagt die DIN 18533 konkret?

Die DIN 18533 regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile. Sie beschreibt nicht ein einzelnes Produkt, sondern vier Größen, aus denen sich Ihr Abdichtungssystem ergibt. Erst wenn alle vier festliegen, lässt sich sagen, welches Verfahren für Ihre Bodenplatte zulässig ist.

1. Wassereinwirkungsklasse (W)

Sie beschreibt, welche Art von Wasser auf das Bauteil trifft.

KlasseEinwirkungTypischer Fall bei der Bodenplatte
W1.1-EBodenfeuchte und nichtstauendes SickerwasserStark durchlässiger Baugrund, Bodenplatte über dem Bemessungswasserstand
W1.2-EBodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser mit DränungWenig durchlässiger Boden, Dränung nach DIN 4095 vorhanden und dauerhaft funktionsfähig
W2.1-EMäßig drückendes Wasser, Eintauchtiefe bis 3 mGrundwasser oder aufstauendes Sickerwasser an der Sohle
W2.2-EStark drückendes Wasser, Eintauchtiefe über 3 mTief liegende Keller im Grundwasser
W3-ENichtdrückendes Wasser auf erdüberschütteten DeckenGaragendecke, begrünte Decke
W4-ESpritzwasser und Kapillarwasser am SockelÜbergang Bodenplatte zu aufgehender Wand, Sockelbereich

Wichtig für Ihre Planung: Aufstauendes Sickerwasser zählt nach DIN 18533 zum drückenden Wasser und nicht mehr zu W1-E. Fehlt bei wenig durchlässigem Boden die Dränung oder fällt sie später aus, rutscht Ihr Bauteil von W1.2-E auf W2.1-E – mit deutlich strengeren Anforderungen. Der Unterschied zwischen W2.1-E und W2.2-E ist allein die Eintauchtiefe unter dem Bemessungswasserstand, nicht die gefühlte Wassermenge.

2. Raumnutzungsklasse (RN)

Sie beschreibt, wie trocken der Raum über der Bodenplatte sein muss.

  • RN1-E: geringe Anforderungen, etwa Lagerkeller, Hausanschlussraum, Tiefgarage
  • RN2-E: übliche Anforderungen, etwa Wohn-, Hobby- oder Büroräume
  • RN3-E: hohe Anforderungen, etwa Archive, Serverräume, Lager für feuchteempfindliche Güter

Wenn Sie einen Lagerkeller später zum Wohnraum umbauen, steigt die Raumnutzungsklasse – und damit unter Umständen die erforderliche Abdichtung, obwohl sich am Wasser nichts geändert hat.

3. Rissklasse (R) und Rissüberbrückungsklasse (RÜ)

Die Rissklasse beschreibt, was der Untergrund an Rissen erwarten lässt; die Rissüberbrückungsklasse, was die Abdichtung davon aufnehmen muss. R1-E bis R4-E korrespondieren mit RÜ1-E bis RÜ4-E.

KlasseErwartete Rissbildung
R1-EFeine Risse, geringe Rissbreitenänderung, kein Versatz
R2-EGrößere Rissbreiten, mäßige Änderung, kein Versatz
R3-EDeutliche Rissbreiten mit Änderung und geringem Versatz
R4-EBreite Risse mit erheblichem Versatz, etwa bei Setzungen

Eine starre mineralische Dichtungsschlämme deckt nur die unteren Klassen ab. Rechnen Sie mit arbeitenden Rissen, brauchen Sie ein rissüberbrückendes System. Die zulässigen Millimeterwerte entnehmen Sie Ihrer Normausgabe, da sie sich auf Rissbreite, Rissbreitenänderung und Versatz einzeln beziehen.

4. Zuverlässigkeitsanforderung

Die Norm unterscheidet zwischen hoher und sehr hoher Zuverlässigkeit. Sehr hoch gilt unter anderem, wenn ein Schaden nur mit großem Aufwand zu beheben wäre, das Bauteil schwer zugänglich ist oder Folgeschäden besonders schwer wiegen. Für eine Bodenplatte ist das praktisch immer relevant: Sie kommen nach dem Einbau nicht mehr an die Unterseite heran. Die Einstufung entscheidet über zusätzliche Lagen, größere Schichtdicken oder ergänzende Sicherungen an Fugen und Durchdringungen.

Was das für Sie bedeutet

Zwei Häuser mit demselben Wasserstand können unterschiedliche Abdichtungen brauchen, wenn sich Nutzung oder Rissverhalten unterscheiden. Lassen Sie deshalb alle vier Größen schriftlich festlegen, bevor ein Material ausgewählt wird. Ein Angebot, das nur ein Produkt nennt, aber keine Klassen, ist nicht prüfbar.

Wie kommt Wasser durch die Bodenplatte?

Feuchtigkeit gelangt aus dem Erdreich durch Poren, Risse und undichte Anschlüsse in Ihr Gebäude. Auch eine beschädigte Leitung oder Kondenswasser auf einer kalten Fläche kommt als Ursache infrage. Prüfen Sie deshalb, ob Nässe flächig, nur nach Regen oder an einer einzelnen Durchführung auftritt.

Eine undichte Bodenplatte begünstigt feuchte Beläge und aufsteigende Feuchtigkeit in angrenzenden Wänden. Bleiben Bauteile nass, drohen Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Wenn Sie die Eintrittsstelle kennen, vermeiden Sie eine Abdichtung an der falschen Fläche.

Wann ist drückendes Wasser zu erwarten?

Mit drückendem Wasser müssen Sie rechnen, wenn Grundwasser die Bodenplatte erreicht oder sich Sickerwasser in wenig durchlässigem Boden am Gebäude staut. Das kann auch zeitweise nach starken Niederschlägen geschehen. Ein trockener Keller am Tag der Besichtigung schließt diese Belastung daher nicht aus.

Für die Bemessung brauchen Sie einen nachvollziehbaren Wasserstand und Angaben zum Baugrund. Eine dünne Beschichtung, die nur für Bodenfeuchtigkeit vorgesehen ist, reicht bei Wasserdruck nicht aus.

Warum müssen Bodenplatte und Kellerabdichtung zusammenpassen?

Wasser nutzt jede Lücke zwischen der Abdichtung der Bodenplatte und der Kellerabdichtung. Lassen Sie deshalb den Wand-Boden-Anschluss als durchgehendes Detail planen, einschließlich Fugen und Übergängen zwischen verschiedenen Materialien.

Wenn Sie nur den Boden von innen sperren, bleiben außen feuchte Kellerwände weiterhin belastet. Prüfen Sie bei einer Sanierung, wohin sich das Wasser nach der Maßnahme bewegen kann. Das ist besonders bei älteren Wänden ohne wirksame Horizontalsperre wichtig.

Bodenplatte von innen abdichten

Die Bodenplatte kann von innen abgedichtet werden, wenn eine nachträgliche Abdichtung unter oder außen nicht möglich ist – typisch bei Altbauten. Dabei wird die Abdichtung auf der Innenseite der Bodenplatte aufgebracht, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu stoppen oder zu reduzieren.

Methoden zur Innenabdichtung der Bodenplatte

1. Mineralische Dichtungsschlämme

Für Bodenplatten mit Bodenfeuchte oder nichtdrückendem Wasser.

  • Wird direkt auf den Beton aufgetragen
  • Schließt Kapillaren
  • Häufig in Kombination mit Sperrputz oder Haftbrücke

2. Reaktivabdichtung (2K‑Dichtung)

Für höhere Wasserbelastung geeignet.

  • Flexibel, rissüberbrückend
  • Gute Haftung auf Altbeton
  • Wird in mehreren Schichten aufgebracht

3. Epoxidharz als Versiegelung und Nutzschicht

Keine eigenständige Abdichtung, sondern Deckschicht auf einer vorhandenen Abdichtung.

  • Bildet eine dichte, mechanisch belastbare Oberfläche
  • Wird auf eine Dichtungsschlämme oder Reaktivabdichtung aufgebracht
  • Bei rückseitiger Feuchte droht Blasenbildung – die Restfeuchte des Untergrunds muss vor dem Auftrag gemessen werden

4. Innenliegende Wannenabdichtung

Für komplexe Schadensbilder.

  • Boden + Wand werden komplett neu abgedichtet
  • Wird wie eine „Innenwanne“ aufgebaut

Bodenplatte bei drückendem Wasser abdichten

Eine Bodenplatte bei drückendem Wasser muss anders abgedichtet werden als bei normaler Bodenfeuchte oder Sickerwasser. Innenabdichtung allein reicht hier nicht aus – drückendes Wasser erzeugt permanenten hydrostatischen Druck, den nur konstruktive Abdichtungssysteme sicher beherrschen.

Was bedeutet drückendes Wasser?

Drückendes Wasser liegt vor, wenn:

  • Grundwasser ansteht
  • Stauwasser dauerhaft gegen die Platte drückt
  • Die Bodenplatte unter dem Bemessungswasserstand liegt
  • Wasser nicht versickern kann und sich aufstaut

Wassereinwirkungsklasse W2.1‑E oder W2.2‑E nach DIN 18533.

Zulässige Abdichtungen bei drückendem Wasser

1. Weiße Wanne (WU‑Beton)

Die sicherste Lösung.

  • Bodenplatte + Wände aus wasserundurchlässigem Beton
  • Abdichtung erfolgt konstruktiv
  • Fugen werden mit Fugenbändern oder Quellbändern gesichert
  • Sehr langlebig, ideal bei Neubau

2. Schwarze Wanne (Schwerlastabdichtung)

Für Bestandsgebäude oder wenn WU‑Beton nicht möglich ist.

  • Mehrlagige Bitumen- oder Polymerbitumenbahnen
  • Vollflächig verschweißt
  • Muss gegen mechanische Belastung geschützt werden (Schutzschicht, Dränplatten)
  • Nur fachgerecht ausgeführt dauerhaft sicher

3. Außenabdichtung mit Dränung (nur Ergänzung)

  • Drainage ersetzt Abdichtung nicht
  • Kann Wasserlast reduzieren
  • Nur zulässig, wenn Wasser abgeleitet werden darf

Risse in der Bodenplatte abdichten

Risse in der Bodenplatte müssen immer abgedichtet werden, weil sie Eintrittspunkte für Feuchtigkeit, Sickerwasser oder sogar drückendes Wasser sein können. Die richtige Methode hängt davon ab, welche Art von Riss vorliegt und welche Wasserlast auf die Platte wirkt.

Arten von Rissen & passende Abdichtungen

1. Schwindrisse / Trocknungsrisse

Feine, oberflächennahe Risse ohne statische Relevanz. Abdichtung:

  • mineralische Dichtungsschlämme
  • Reaktivabdichtung
  • Epoxidharz-Versiegelung

2. Bewegungsrisse / statische Risse

Risse, die durch Setzungen oder Lasten entstanden sind. Abdichtung:

  • kraftschlüssige Rissverpressung mit Epoxidharz
  • bei beweglichen Rissen: PU-Harz (bleibt flexibel)

3. Risse mit Wassereintritt

Wenn Wasser sichtbar durch den Riss kommt. Abdichtung:

  • PU-Schaum (Schnellstop)
  • danach dauerhafte Verpressung mit PU-Harz
  • abschließend mineralische oder 2K-Abdichtung

4. Risse bei drückendem Wasser

Hier gelten die strengsten Regeln. Abdichtung:

  • Hochdruck-Rissverpressung mit PU-Harz
  • Abdichtung der gesamten Bodenplatte mit 2K-Reaktivabdichtung
  • Wand-Sohle-Fuge zusätzlich sichern

Wie lässt sich eine Bodenplatte nachträglich abdichten?

Für eine nachträgliche Abdichtung Ihrer Bodenplatte stehen Innenabdichtung und spezielle Injektionsverfahren zur Verfügung; von außen ist meist nur die Kellerwand zugänglich. Welche Maßnahme passt, ergibt sich aus der Feuchteursache und dem Zustand der Bauteile.

Wann genügt eine Abdichtung von innen?

Eine Abdichtung von innen kommt infrage, wenn Sie Bodenfeuchtigkeit durch die Platte begrenzen und den Bodenaufbau erneuern können. Dafür müssen alte Beläge entfernt, der Untergrund geprüft und die Sperre dicht an die Wand angeschlossen werden. Die zusätzliche Aufbauhöhe kann Türen und Treppenanschlüsse betreffen.

Bei Wasserdruck oder außen stark durchfeuchteten Wänden braucht Ihre Sanierung eine weitergehende Planung. Die Innenabdichtung hält dann zwar Feuchtigkeit von der neuen Raumoberfläche fern, schützt die Bausubstanz auf der Außenseite aber nicht automatisch.

Was ist bei einer Abdichtung von außen tatsächlich zugänglich?

Wenn Sie einen Keller außen freilegen, erreichen Sie in der Regel die Wand und ihren Anschluss im Fundamentbereich. Die Unterseite einer bestehenden Bodenplatte bleibt unter dem Gebäude verborgen. „Bodenplatte außen abdichten“ bedeutet im Altbau deshalb selten, dass Sie dort nachträglich eine Bahn unter der ganzen Platte verlegen können.

Lassen Sie vor Erdarbeiten Leitungen, Nachbarbebauung und Standsicherheit prüfen. Am freigelegten Wandfuß muss die neue Abdichtung an eine vorhandene, wirksame Sperre anschließen oder Teil eines eigens geplanten Sanierungssystems sein.

Für welche Fälle kommt eine Schleierinjektion infrage?

Eine Schleierinjektion kommt für schwer zugängliche erdberührte Flächen infrage. Fachleute bringen über Bohrungen Dichtstoff hinter das Bauteil ein. Dafür müssen sie den Wasserweg und den Untergrund kennen, damit das Material an der vorgesehenen Stelle bleibt.

Für Sie ist das ein Verfahren mit hohem Planungs- und Ausführungsaufwand. Lassen Sie sich den vorgesehenen Injektionsbereich, die Kontrolle des Ergebnisses und den Umgang mit Anschlüssen schriftlich erklären.

Sonderfälle: Fachwerkhaus und Radon

Warum im Fachwerkhaus Vorsicht geboten ist

In Fachwerk- und älteren Massivbauten finden Sie häufig gestampfte Lehmböden, gepflasterte Flächen oder nachträglich eingebaute Estriche. Diese Böden waren nie dicht und mussten es auch nicht sein: Eindringendes Wasser verdunstet über Boden- und Wandflächen nach innen, der Bau bleibt im Gleichgewicht.

Dichten Sie hier allein den Boden ab, nehmen Sie dem Wasser diese Verdunstungsfläche. Es sucht sich den nächsten Weg und steigt kapillar in den Wänden auf. Sperren Sie anschließend auch die Wände, kann die Feuchtigkeit bis zu den liegenden Hölzern wandern – Schwellen und Fußpunkte verrotten dann innerhalb weniger Jahre.

Lassen Sie deshalb die Feuchtebilanz des gesamten Gebäudes betrachten, nicht nur die auffällige Fläche. Oft ist die bessere Lösung, den Keller feuchteverträglich zu nutzen und diffusionsoffene Oberflächen zu erhalten. Wenn abgedichtet werden muss, gehört das in ein Gesamtkonzept von einer Fachplanung für historische Bausubstanz, bei Denkmalschutz zusätzlich abgestimmt mit der zuständigen Behörde.

Nebeneffekt Radonschutz

Radon ist ein natürliches, radioaktives Bodengas. Es tritt über Risse, Fugen und vor allem Rohrdurchführungen in der erdberührten Gebäudehülle ein. Der Referenzwert für Aufenthaltsräume liegt nach Strahlenschutzgesetz bei 300 Becquerel pro Kubikmeter; in ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten gelten für Neubauten zusätzliche Anforderungen.

Eine fachgerecht ausgeführte Flächenabdichtung aus Bahnen reduziert den Gaseintritt messbar mit. Verlassen Sie sich darauf aber nicht automatisch: Mineralische Dichtungsschlämmen sind in der Regel nicht gasdicht, und entscheidend sind ohnehin die Anschlüsse und Durchdringungen, nicht die Fläche.

Ist Radon für Ihr Grundstück ein Thema, lassen Sie zuerst messen – eine Langzeitmessung über mehrere Monate kostet wenig und sagt mehr aus als jede Annahme. Fällt das Ergebnis auffällig aus, planen Sie die Abdichtung von vornherein als radondichte Ebene mit geeigneten Bahnen, verschweißten Nähten und gasdichten Manschetten.

Wie wird die Bodenplatte im Neubau geschützt?

Im Neubau schützen Sie die Bodenplatte mit einem auf den Baugrund abgestimmten Aufbau und einer lückenlos angeschlossenen Abdichtung. Die Lage der Sperre legen Sie fest, bevor Beton, Dämmung und Leitungen eingebaut werden.

Welche Aufgabe hat die kapillarbrechende Schicht?

Eine kapillarbrechende Schicht aus geeignetem Kies oder Schotter unterbricht den Transport von Bodenwasser durch feine Poren. Sie muss passend zum Baugrund gewählt und fachgerecht verdichtet werden. Eine verschmutzte oder mit feinem Erdreich durchmischte Schicht verliert einen Teil ihrer Wirkung.

Die Schicht hält Wasser unter Druck nicht vom Gebäude fern. Für Ihre Planung ist sie daher ein Bestandteil des Bodenaufbaus, während die eigentliche Abdichtung die erforderliche Wassereinwirkung abdecken muss.

Wo liegt die Feuchtigkeitssperre im geplanten Aufbau?

Die Feuchtigkeitssperre kann je nach Konstruktion unter oder auf der Bodenplatte liegen. Unter der Platte braucht sie einen ebenen Untergrund und Schutz während der Betonarbeiten. Auf der Platte müssen Sie die Anschlüsse an Wände und spätere Aufbauten früh festlegen.

Achten Sie besonders auf Rohrdurchführungen: Jede Öffnung durchbricht die Sperrebene und benötigt ein dafür vorgesehenes Dichtdetail. Unter aufgehenden Wänden schützt eine passend angeschlossene Horizontalsperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.

Wann ist eine Weiße Wanne sinnvoll?

Bei hohem Wasserstand kann eine Weiße Wanne für Ihren Keller sinnvoll sein. Dabei bilden eine geplante Konstruktion aus wasserundurchlässigem Beton und gezielt abgedichtete Fugen das Schutzsystem. Auch Risse, Durchdringungen und der Anschluss zwischen Wand und Bodenplatte gehören zur Planung.

Die Bezeichnung allein sagt noch nichts über die Eignung für Ihr Grundstück. Lassen Sie Wasserbelastung, zulässige Rissbildung und Raumnutzung vor dem Bau festlegen.

Bodenplatte abdichten: Materialien

Das passende Abdichtungsmaterial wählen Sie nach Wasserbelastung, Untergrund und Anschlussdetails. Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzbereiche; bei drückendem Wasser zählt die Eignung des vollständigen Systems für Ihren konkreten Fall.

KriteriumBahnenMineralische DichtschlämmeBitumen-DickbeschichtungFlüssigkunststoffGussasphalt
Typischer EinsatzFlächenabdichtungStarre mineralische FlächenErdberührte AußenflächenKomplexe DetailsBeanspruchbare Flächen
EntscheidendDichte NähteGeeigneter UntergrundSchichtdickeSystemaufbauFachgerechter Heiß-Einbau
Kritischer PunktAnschlüsseBewegende RisseTrocknungMaterialverträglichkeitWärmeempfindliche Nachbarbauteile

Bitumen- und Kunststoffbahnen: Worauf kommt es bei der Verlegung an?

Dichtungsbahnen aus Bitumen, Kunststoff oder Elastomer ergeben bei sauberen Nähten eine zusammenhängende Sperre. Zu den Bitumendichtbahnen gehören Polymerbitumenbahnen und Schweißbahnen. Bei Kunststoff- und Elastomerbahnen richtet sich die Verbindungstechnik nach dem jeweiligen Produkt.

Lassen Sie Untergrund, Überlappungen und Wandanschlüsse vor dem Abdecken kontrollieren. Eine Falte unter der Bahn oder eine offene Naht kann die Wirkung der gesamten Fläche beeinträchtigen. Bei einer Schweißbahn kommen zudem Hitze und Brandschutz auf der Baustelle hinzu.

Wann eignen sich Dichtschlämmen oder Bitumendickbeschichtungen?

Mineralische Dichtschlämme eignen sich für passende Beton- und Mauerwerksuntergründe. Ob eine Dichtungsschlämme Risse überbrückt oder Wasserdruck standhält, ergibt sich aus ihrer ausgewiesenen Anwendung. Bei beweglichen Fugen brauchen Sie ein eigenes Fugen-Detail.

Eine Bitumen-Dickbeschichtung, auch Bitumendickbeschichtung genannt, wird auf erdberührten Flächen verarbeitet. Für ihre Wirkung sind die vorgeschriebene Schichtdicke, ausreichende Trocknung und ein Schutz vor Beschädigung beim Verfüllen wichtig. Stimmen Sie Grundierung und Untergrund auf das gewählte System ab.

Was leisten Flüssigkunststoffe und Gussasphalt?

Flüssigkunststoffe lassen sich um verwinkelte Anschlüsse und Durchdringungen führen. Damit die Fläche dicht wird, brauchen Sie die vorgegebene Schichtdicke und gegebenenfalls eine Verstärkungseinlage. Prüfen Sie die Verträglichkeit mit angrenzenden Bahnen oder Beschichtungen.

Gussasphalt bildet eine dichte und belastbare Schicht, erfordert aber einen fachgerechten Einbau bei hoher Temperatur. Für Ihren Bodenaufbau müssen Tragfähigkeit und wärmeempfindliche Nachbarbauteile berücksichtigt werden.

Bodenplatte abdichten: Details und Ausführung

Saubere Untergründe und geplante Anschlüsse entscheiden über die Haltbarkeit Ihrer Abdichtung. Selbst ein geeignetes Material verliert seine Wirkung, wenn Wasser an einer Fuge oder Rohrdurchführung vorbeigelangt.

Wie werden Untergrund, Risse und Fugen vorbereitet?

Entfernen Sie lose Schichten und lassen Sie Fehlstellen passend zum gewählten System ausgleichen. Der Untergrund muss dessen Vorgaben zu Ebenheit, Festigkeit und Feuchte erfüllen. Prüfen Sie Risse vor dem Überdecken: Ein sich bewegender Riss braucht eine andere Lösung als eine ruhende Fehlstelle.

Fugen benötigen geeignete Bänder, Profile oder andere geplante Abdichtungsdetails. Halten Sie die Trocknungs- und Aushärtezeiten ein, bevor weitere Schichten die Fläche verdecken.

Wie bleiben Wandanschlüsse, Sockel und Durchdringungen dicht?

Am Wand-Boden-Übergang muss Ihre Flächenabdichtung sicher an die Wandabdichtung anschließen. Für Rohre und Leitungen sind passende Manschetten oder Futterrohre vorgesehen. Eine umlaufende Dichtmasse allein ist an solchen Stellen keine verlässliche Planung.

Führen Sie auch die Sockelabdichtung passend zur Gelände- und Spritzwasserbelastung aus. Kontrollieren Sie vor dem Verfüllen, ob Schutzlagen die Abdichtung vor Steinen und Werkzeugen bewahren.

Welche Rolle spielt eine Drainage – und was kann sie nicht ersetzen?

Eine Drainage führt Sickerwasser ab, wenn Boden, Gefälle und Ableitung dafür geeignet sind. Sie benötigt eine dauerhaft funktionierende Ausführung und eine zulässige Entwässerungsmöglichkeit. In Deutschland sollten Sie die örtlichen Vorgaben zur Ableitung vorab klären.

Ihre Abdichtung bleibt auch mit Drainage erforderlich. Bei hohem Grundwasser oder einer verstopften Ableitung darf die Dichtheit des Gebäudes nicht allein von der Drainage abhängen.

Was kostet es, eine Bodenplatte abzudichten?

Die Kosten liegen je nach Verfahren typischerweise zwischen 30 und 100 € pro m² inklusive Verarbeitung. Nachträgliche Sonderverfahren wie eine Schleierinjektion liegen deutlich darüber.

Kostenübersicht nach Verfahren

VerfahrenMaterialkosten / m²Gesamtkosten / m² (inkl. Montage)
Polymerbitumen-Schweißbahnen (PYE/PYP nach DIN EN 13969)10 – 25 €30 – 60 €
Kaltselbstklebende Bitumenbahnen (KSK)15 – 30 €40 – 70 €
Mineralische Dichtungsschlämmen (MDS)10 – 20 €30 – 60 €
EPDM-Folien-Bahnen25 – 45 €60 – 90 €
Flüssigkunststoff / KMB (Polymerbitumen)20 – 40 €50 – 100 €
Schleierinjektion (Nachträglich bei drückendem Wasser)–200 – 400 € / m²

Bodenplatte abdichten: FAQ

Kann ich eine Bodenplatte selbst abdichten?

Eine einfache Innenabdichtung gegen geklärte Bodenfeuchtigkeit können Sie mit geeignetem System und sorgfältiger Vorbereitung selbst ausführen. Bei Wasserdruck, tragenden Rissen oder schwierigen Wandanschlüssen sollten Sie Planung und Ausführung Fachleuten überlassen.

Kann eine Bodenplatte ohne Freilegen nachträglich abgedichtet werden?

Ja, Sie können die Oberseite nach Entfernen des Bodenaufbaus von innen abdichten lassen; für besondere Fälle kommt eine Schleierinjektion infrage. Die Unterseite der bestehenden Platte wird dadurch nicht frei zugänglich.

Reicht eine Drainage als Schutz gegen Feuchtigkeit?

Nein, Sie brauchen weiterhin eine Abdichtung, die zur Wasserbelastung Ihres Gebäudes passt. Eine Drainage unterstützt die Entwässerung nur, wenn sie zulässig geplant ist und dauerhaft funktioniert.

Welche Abdichtung hilft bei drückendem Wasser?

Bei drückendem Wasser brauchen Sie ein dafür ausgelegtes System, das Bodenplatte, Wände, Fugen und Durchdringungen einschließt. Lassen Sie den Bemessungswasserstand und den Zustand Ihres Gebäudes klären, bevor Sie Material oder Sanierungsverfahren beauftragen.