Eine Drainage ist ein zentrales System zur Ableitung von überschüssigem Wasser rund um Haus und Grundstück. Drainagerohre werden im Boden verlegt, um Wasser gezielt abzuleiten und Gebäude, Fundament und Außenbereiche vor Feuchtigkeit zu schützen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Drainage ums Haus richtig geplant und verlegt wird, welche Kosten und Vorschriften gelten und wie Sie Ihr Grundstück effektiv entwässern.

Wann ist eine Drainage sinnvoll?
Eine Drainage kann sinnvoll sein bei:
- Hanglage
- starkem Sickerwasser
- schlecht durchlässigem Lehmboden
- wiederkehrender Staunässe
- Wasseransammlungen an Kellerwänden
- Neubauten mit entsprechender Planung
- freigelegten Kellerwänden im Rahmen einer Sanierung
- dauerhaft hoher Feuchtebelastung durch Bodenwasser
Ist Ihr Keller feucht und Sie überlegen, eine Drainage zu verlegen?
Viele Hausbesitzer im Neckar-Odenwald-Kreis glauben, dass ein Entwässerungsrohr allein das Problem löst. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum.
Der Experten-Check: Braucht jedes Haus eine Drainage?
Die goldene Regel: Abdichtung vor Entwässerung.
Ein wichtiger Punkt, den ich als Experte betone: Eine Drainage ersetzt niemals eine fachgerechte Abdichtung. Sie ist lediglich eine Ergänzung.
Die eigentliche Barriere gegen das Wasser ist die Abdichtungsschicht – zum Beispiel eine druckwasserdichte „Schwarze Wanne“ oder eine hochwertige KMB-Beschichtung (kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung).
Nur wenn diese Barriere intakt ist, kann eine Drainage als zusätzliche Entlastung sinnvoll arbeiten, um den Wasserdruck auf die Hauswand zu reduzieren.
Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie prüfen, ob Ihr Haus nicht bereits über eine Abdichtung nach DIN 18533 verfügt. Bei moderneren Gebäuden ab ca. 1975 mit durchgehender Bodenplatte sind Drainagen oft überflüssig, da zeitgemäße Abdichtungen druckwasserdicht sind und das Eindringen von Wasser effektiv verhindern.
Besonderheit bei älteren Häusern & Altbauten
Bei Gebäuden, die vor 1975 erbaut wurden, fehlt oft eine durchgehende Bodenplatte. Hier drückt die Feuchtigkeit nicht nur von der Seite, sondern steigt oft kapillar im Mauerwerk nach oben (aufsteigende Feuchtigkeit).
Eine Drainage allein kann dieses Problem nicht lösen – sie entlastet nur den seitlichen Wasserdruck, behebt aber keine Schwachstellen in der Abdichtung.
Unsere Empfehlung für den Neckar-Odenwald-Kreis:
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- Ob Sie wirklich eine Drainage brauchen
- Oder ob eine gezielte Mauertrockenlegung (z. B. nachträgliche Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit, Innenabdichtung oder Außenabdichtung nach DIN 18533) die sicherere, nachhaltigere und oft günstigere Lösung ist.
Gerade bei den typischen Sandstein- oder Bruchsteinfundamenten im Odenwald ist eine individuelle Ursachenanalyse entscheidend – bevor man den Garten aufreißt und teure Maßnahmen umsetzt, die am Ende nicht helfen.
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Welche Probleme kann eine Drainage lösen?
Eine richtig geplante Drainage kann:
- Sickerwasser vom Gebäude wegführen
- Staunässe am Keller reduzieren
- die Belastung einer Außenabdichtung verringern
- Wasseransammlungen im Arbeitsraum verhindern
- Kellerwände bei geeigneten Bedingungen entlasten
- Feuchteschäden durch seitlich anstehendes Wasser reduzieren
Sie kann jedoch nicht jedes Feuchteproblem lösen.
Eine Drainage hilft nicht automatisch bei:
- Kondenswasser
- falschem Lüften
- aufsteigender Feuchtigkeit
- defekten Wasserleitungen
- undichten Dächern
- drückendem Grundwasser ohne geeignete Abdichtung
- Rückstau aus der Kanalisation
- undichten Fugen oder Rissen ohne zusätzliche Sanierung
Deshalb sollte vor dem Bau immer eine Ursachenanalyse erfolgen.
Welche Arten von Drainagen gibt es?
Ringdrainage rund ums Haus
Eine Ringdrainage verläuft möglichst vollständig um das Gebäude. Sie nimmt Wasser entlang der Außenwände auf und leitet es zu einem geeigneten Ablaufpunkt.
Sie kommt vor allem infrage bei:
- unterkellerten Gebäuden
- Neubauten
- Sanierungen mit freigelegten Außenwänden
- Hanglagen
- starker Sickerwasserbelastung
Flächendrainage
Eine Flächendrainage liegt großflächig an der Außenseite einer erdberührten Kellerwand. Sie schützt die Abdichtung und unterstützt die Ableitung von Wasser.
Sie besteht je nach Aufbau beispielsweise aus:
- Drainagematte
- Filtervlies
- Kies oder geeigneter Dränschicht
- Drainagerohr
- Schutzschicht vor der Abdichtung
Drainage im Garten
Eine Gartendrainage soll Oberflächen- oder Sickerwasser aus einem Grundstücksbereich ableiten. Sie ist nicht automatisch mit einer Drainage am Gebäude gleichzusetzen.
Mögliche Einsatzbereiche:
- nasse Rasenflächen
- Staunässe in Beeten
- Grundstücke mit Hangwasser
- schlecht versickernde Böden
- Entwässerung von Wegen oder Zufahrten
Die Drainage darf nicht einfach so geplant werden, dass Wasser zum Nachbargrundstück geleitet wird.
Drainage bei Hanglage
Bei Hanggrundstücken muss besonders geprüft werden, woher das Wasser kommt und wie viel Wasser anfällt. Häufig sind zusätzliche Maßnahmen nötig:
- Hangwasserableitung
- Stützwand-Entwässerung
- zusätzliche Abdichtung
- Pumpensumpf
- Rückstausicherung
- kontrollierte Einleitung
Benötigte Materialien für die Verlegung von Drainagen
Um eine Drainage effektiv zu verlegen, benötigen Sie die folgenden Materialien:
- Perforierte Drainagerohre: Perforierte Drainagerohre lassen das Wasser eindringen und verhindern gleichzeitig, dass Erde und Schutt das System verstopfen.
- Kies oder Schotter: Kies oder Schotter werden verwendet, um das perforierte Drainagerohr zu umgeben, so dass eine stabile Basis entsteht und das Wasser frei fließen kann.
- Geotextiles Gewebe: Das geotextile Gewebe wird um den Kies gelegt, um zu verhindern, dass Erde in das System eindringt und die Rohre verstopft.
- PVC-Rohre und Fittings: PVC-Rohre und -Formteile werden üblicherweise für Oberflächenabflüsse und Rinnen verwendet. Sie sind langlebig, leicht und korrosionsbeständig.
- Drainagekästen aus Beton oder Kunststoff: Entwässerungskästen werden verwendet, um das Wasser aus der Oberflächenentwässerung zu sammeln und zu geeigneten Abflüssen zu leiten.
- Werkzeuge: Je nach Komplexität Ihres Entwässerungssystems benötigen Sie eine Reihe von Werkzeugen wie Schaufeln, Wasserwaagen, Grabenfräsen und Rohrschneider.
Wichtig hier zu wissen: Es müssen starre Drainagerohre verwendet werden. Keine gelben oder kokosummantelten Rohre, da diese nicht starr genug sind und somit nicht im Gefälle verlegt werden können.
Drainage am Haus – Kosten
Für die Kosten einer Drainage am Haus kommt es auf das Szenario an. In der Praxis lassen sich die Gesamtkosten wie folgt zusammenfassen:
1. Nur das Drainagesystem (z. B. im Neubau)
Steht die Baugrube bereits offen (Neubau), fallen fast nur die reinen Verlegekosten an.
- Richtwert: 60 € – 150 € pro laufendem Meter
- Gesamtkosten (Haus 10×10 m / 40 m Umfang): ca. 3.000 € – 6.000 €
2. Nachträgliche Drainage am Bestandshaus (NUR Drainage)
Muss das Haus extra aufgegraben werden, entstehen hohe Kosten für den Bagger, die Grabensicherung und die Erdbewegung.
- Richtwert: 300 € – 650 € pro laufendem Meter
- Gesamtkosten (Haus 10×10 m / 40 m Umfang): ca. 12.000 € – 25.000 €
3. Nachträgliche Drainage + Außenabdichtung (Standard-Kellersanierung)
Der Praxisfall bei Altbauten: Freilegen, Kellerwand reinigen, Bitumen/Dämmung auftragen, Drainage verlegen und wieder auffüllen.
- Richtwert: 450 € – 1.000 € pro laufendem Meter (je nach Tiefe)
- Gesamtkosten (Haus 10×10 m / 40 m Umfang): ca. 18.000 € – 40.000 €+
Verteilung der Posten bei der Komplettsanierung (Bestand)
| Gewerk / Teilleistung | Kostenanteil | Warum? |
| Erdarbeiten & Entsorgung | ~ 40 % | Aushub von 60–100 m³ Erde, Sicherung der Baugrube, Abtransport. |
| Wandabdichtung & Dämmung | ~ 35 % | Reinigung der Wand, Voranstrich, Bitumenschicht, Dämmplatten, Noppenbahn. |
| Drainagetechnik | ~ 15 % | Rohre, Kiesbett, Vlies, 4 Revisionsschächte an den Ecken. |
| Verfüllen & Verdichten | ~ 10 % | Lagenweises Einbringen von Sicker-Material und Verdichten. |
Welche Faktoren beeinflussen die Drainagekosten?
Länge der Drainage
Je mehr laufende Meter verlegt werden, desto höher fallen Material-, Arbeits- und Erdarbeiten aus.
Grabentiefe
Eine tiefe Kellerwand ist aufwendiger freizulegen als ein flaches Fundament. Die Arbeitssicherheit und die Sicherung der Baugrube müssen berücksichtigt werden.
Bodenbeschaffenheit
Kostensteigernd können sein:
- Lehm
- Fels
- große Steine
- hoher Wasserstand
- belastetes Erdreich
- schwierige Bodenverhältnisse
Zugänglichkeit des Grundstücks
Wenn kein Minibagger an das Haus kommt, kann der Aushub deutlich aufwendiger werden. Auch Terrassen, Mauern, Treppen, Garagenzufahrten oder Pflanzen können zusätzliche Arbeiten verursachen.
Kellerabdichtung
Wenn die Kellerwand bereits freigelegt wird, ist häufig zu prüfen, ob eine neue Außenabdichtung und Dämmung sinnvoll sind. Dadurch steigt der Gesamtpreis, die Kombination kann aber wirtschaftlicher sein als ein späteres erneutes Aufgraben.
Ableitung des Drainagewassers
Je nach Grundstück können erforderlich sein:
- Anschluss an eine genehmigte Entwässerung
- Sickerschacht
- Versickerungsanlage
- Hebeanlage
- Pumpensumpf
- Zisterne
Wie funktioniert eine Drainage?
Dränrohre: Perforierte (geschlitzte) Kunststoffrohre nehmen das Wasser über kleine Öffnungen auf.
Filterschicht/Kiesbett + Vlies: Die Rohre liegen in einer wasserdurchlässigen Schicht (Kies) und sind mit Filtervlies ummantelt, um Verschmutzung und Verstopfung zu verhindern.
Gefälle: Die Rohre werden mit mindestens 0,5 % Neigung verlegt, damit das Wasser zuverlässig abfließt.
Ableitung: Das gesammelte Wasser wird über Revisionsschächte und Leitungen in die Kanalisation, einen Sickerschacht oder Vorfluter geführt.
Einbauhöhe: Das System wird unterhalb der Fundament- bzw. Kellerbodenoberkante verlegt, um wirksam zu sein.
Anschluss an Vorfluter / Schacht / Versickerung.
Drainage verlegen: Anleitung
Nachdem Sie nun Ihren Bedarf an Drainage ermittelt, Ihr System geplant und die Materialien zusammengetragen haben, ist es an der Zeit, die Drainage zu verlegen. Beachten Sie diese Schritte:
1. Beurteilung und Planung:
- Ermitteln Sie die Bereiche im Haus, in denen Wasseransammlungen oder Abflussprobleme vorhanden sind oder wahrscheinlich auftreten werden.
- Bestimmen Sie das optimale Layout für das Abflusssystem und berücksichtigen Sie dabei Faktoren wie Gefälle, Wasserquelle und vorhandene Rohrleitungen.
2. Vorbereitung:
- Räumen Sie den Bereich, in dem das Drainagesystem installiert werden soll, und entfernen Sie alle Hindernisse und Abfälle.
- Markieren Sie den Weg für die Entwässerungsrohre und stellen Sie sicher, dass sie dem geplanten Layout folgen und ein Gefälle aufweisen, um den Wasserfluss zu erleichtern.
3. Aushub:
- Heben Sie entlang des markierten Weges für die Drainagerohre Gräben aus. Achten Sie darauf, dass sie tief genug sind, um die Rohre aufzunehmen und eine ordnungsgemäße Entwässerung zu gewährleisten.
- Legen Sie ein leichtes Gefälle in den Gräben an min 0,5%, um sicherzustellen, dass das Wasser vom Haus weg und in Richtung des gewünschten Abflusses fließt.
4. Installation der Drainagerohre:
- Verlegen Sie ein geeignetes Vlies auf den Boden. Achten Sie darauf das es später komplett um die Schotterschicht herum gelegt werden kann.
- Verlegen Sie den Schotter im erforderlichen Gefälle.
- Legen Sie die Drainagerohre auf den Schotter und verbinden Sie sie mit geeigneten Fittings und Verbindern miteinander.
- Stellen Sie sicher, dass die Rohre richtig ausgerichtet und sicher befestigt sind, um Bewegungen oder Verschiebungen zu verhindern.
- Ziehen Sie die Verwendung von perforierten Rohren in Bereichen in Betracht, in denen die Infiltration von Grundwasser ein Problem darstellt, wie z.B. um Kellerwände herum.
- Nachdem die Drainagerohre verlegt sind können Sie diese mit Schotter weiter verfüllen bis die Rohre nicht weiter sichtbar sind. Anschließend wird das Vlies herum geführt und fixiert.
5. Test und Inspektion:
- Testen Sie das Drainagesystem, indem Sie Wasser durchlaufen lassen, um sicherzustellen, dass es ordnungsgemäß fließt und funktioniert.
- Untersuchen Sie das gesamte System auf Verstopfungen oder andere Probleme, die behoben werden müssen.
6. Abschließende Arbeiten:
- Decken Sie die Drainagerohre mit zusätzlichem Aufschüttungsmaterial wie Erde oder Mulch ab, um sie zu verbergen und das Erscheinungsbild des Bereichs wiederherzustellen.
- Bringen Sie Gitter oder Abdeckungen über allen Zugängen zum Entwässerungssystem an, um die Ansammlung von Ablagerungen zu verhindern und den Zugang für Wartungsarbeiten zu ermöglichen.
7. Regelmäßige Wartung:
- Untersuchen und reinigen Sie das Entwässerungssystem regelmäßig, um Ablagerungen und Sedimente zu entfernen, die den Wasserfluss behindern könnten.
- Kümmern Sie sich umgehend um alle Probleme oder Schäden, um weitere Komplikationen zu vermeiden und die dauerhafte Wirksamkeit des Abwassersystems zu gewährleisten.
Das richtige Gefälle für eine effektive Drainage
Das Gefälle in einem Drainagesystem bezieht sich auf die Neigung oder den Abhang, entlang dem das Wasser abfließt. Ein angemessenes Gefälle ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Wasser effektiv abgeleitet wird und keine Ansammlungen oder Stagnation entstehen.
Hier sind einige allgemeine Empfehlungen für das Gefälle in verschiedenen Teilen eines Drainagesystems:
Perimeterdrainage um das Haus herum:
- Das Gefälle sollte mindestens 0,5 % betragen. Dies ermöglicht einen konstanten Abfluss des Wassers weg vom Haus und hilft, das Fundament trocken zu halten.
Entwässerungskanäle und -rohre:
- Das Gefälle in Entwässerungsrinnen und -rohren sollte zwischen 0,5% und 1% liegen, um ein gleichmäßiges Abfließen des Wassers zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig für Oberflächenentwässerungssysteme wie Dachrinnen und Straßenabläufe.
Innenentwässerung im Keller:
- Das Gefälle der Bodenoberfläche im Keller oder um Sumpfpumpen herum sollte in Richtung der Entwässerungspunkte, wie z.B. Abflusslöcher oder Sumpfpumpengruben, geneigt sein. Dies ermöglicht es, eindringendes Wasser effektiv zu sammeln und abzuleiten.
Wartung und Fehlersuche für Ihr Abflusssystem
Nachdem Sie die Drainage verlegt haben, ist es wichtig, das System regelmäßig zu warten und auf Fehler zu untersuchen, um seine dauerhafte Wirksamkeit zu gewährleisten. Hier einige Tipps zur Wartung:
- Reinigen Sie die Abflüsse: Entfernen Sie regelmäßig Ablagerungen und Blätter aus den Abflüssen, um Verstopfungen zu vermeiden. Verwenden Sie einen Gartenschlauch oder eine Abflussschlange, um Verstopfungen zu beseitigen.
- Untersuchen Sie die Rohre: Untersuchen Sie die Rohre regelmäßig auf Anzeichen von Schäden, wie Risse oder Lecks. Reparieren oder ersetzen Sie beschädigte Abschnitte nach Bedarf.
- Überwachen Sie den Wasserfluss: Beobachten Sie den Wasserfluss bei starken Regenfällen, um sicherzustellen, dass das System das Wasser effektiv ableitet. Nehmen Sie bei Bedarf Anpassungen vor.
Bei Problemen oder schlechter Leistung beheben Sie das System, indem Sie die möglichen Ursachen ermitteln und entsprechende Abhilfemaßnahmen ergreifen.
Drainage oder Kellerabdichtung?
Drainage ersetzt keine Kellerabdichtung, sondern entlastet sie nur. Bei feuchtem Keller ist die Abdichtung die primäre Maßnahme; eine Drainage kommt zusätzlich infrage, wenn sich Sickerwasser am Gebäude staut oder der hydrostatische Druck zu groß wird.
Unterschied: Abdichtung vs. Drainage
| Aspekt | Kellerabdichtung | Drainage (Dränage) |
|---|---|---|
| Aufgabe | Wasser physikalisch abblocken (Bitumen, Kunststoffbahnen, Flüssigkunststoff etc.) | Wasser aufnehmen und gezielt ableiten (perforierte Rohre im Filterkies) |
| Normative Einordnung | Eigentliche Bauwerksabdichtung nach DIN | Ergänzende Maßnahme, keine Abdichtung im normativen Sinn |
| Wirkt gegen | Seitlich eindringendes Sickerwasser, Bodenfeuchte, bei entsprechender Ausführung auch drückendes Wasser | Anstauendes Sickerwasser, Hangwasser, Entlastung bei hohem Grundwasser |
| Alleinige Lösung bei feuchtem Keller? | Oft ja (wenn Ursache seitliche Feuchte ist) | Nein – allein meist unzureichend |
| Typischer Einbauort | Außen an der erdberührten Wand (oder innen als Sperrsystem) | Unterhalb Fundament-/Bodenplattenoberkante, rings um das Haus |
Wann welche Maßnahme?
Abdichtung ist primär sinnvoll bei:
- Feuchtigkeit dringt seitlich durch die Kellerwand aus dem Erdreich ein.
- Bitumen- oder andere Außenabdichtungen sind beschädigt oder gealtert.
- Schimmel, Salzausblühungen oder Wasserflecken an erdberührten Wänden auftreten.
- Die Außenwand zugänglich ist → Außenabdichtung; ist sie nicht zugänglich → Innenabdichtung als Alternative (mit bekannten Grenzen).
Drainage zusätzlich sinnvoll bei:
- Bindigen Böden (Lehm, Ton), in denen sich Sickerwasser am Gebäude staut.
- Hohem Grundwasserstand, starkem Hangwasser oder bekannter Wasserbelastung.
- Die vorhandene Abdichtung zwar funktioniert, aber durch hohen Wasserdruck stark belastet wird → Drainage zur Entlastung.
- Nach einer Begutachtung klar ist, dass eine gezielte Ableitung von Wasser technisch notwendig und zulässig ist.
Drainage allein reicht nicht, wenn:
- Die eigentliche Außenabdichtung fehlt oder defekt ist.
- Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk (fehlende Horizontalsperre) das Problem ist.
- Es primär um Kondenswasser durch falsches Lüften geht.
Drainagevorschriften
Das Drainagewasser (Dränwasser) darf nicht einfach irgendwohin geleitet werden:
Einleitung in die öffentliche Kanalisation
In den meisten Kommunen ist sie grundsätzlich nicht erlaubt oder nur in Ausnahmefällen und nach Genehmigung möglich.
Drainagewasser gilt als Fremdwasser. Es belastet Kläranlagen und Kanäle unnötig und wird deshalb von vielen Netzbetreibern und Entwässerungssatzungen untersagt oder stark eingeschränkt.
Ein direkter Anschluss ohne Zustimmung ist unzulässig. Es muss immer vorher beim Kanalnetzbetreiber / der Stadt und der Unteren Wasserbehörde nachgefragt werden.
Versickerung (Sickerschacht, Rigole etc.)
Das ist eine Gewässerbenutzung (Einleitung in das Grundwasser). Sie bedarf in der Regel einer wasserrechtlichen Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde (§ 8 WHG).
Voraussetzungen: ausreichende Bodendurchlässigkeit (meist kf ≥ 10⁻⁴ m/s), keine Wasserschutzgebiete, keine Altlasten etc. Die Behörde kann ein hydrogeologisches Gutachten verlangen.
Einleitung in einen Vorfluter (Bach, Graben, Gewässer)
Ebenfalls genehmigungspflichtig (wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde). Auch hier gelten qualitative und quantitative Anforderungen.
Nach DIN 4095 soll Drainagewasser möglichst über einen Vorfluter abgeführt oder auf dem Grundstück versickert werden. Ist beides nicht möglich, empfiehlt die Norm, auf eine Drainage zu verzichten und stattdessen gegen drückendes Wasser abzudichten (z. B. Weiße Wanne).
Was Hausbesitzer tun müssen
Vor dem Graben:
- Untere Wasserbehörde des Kreises / der Stadt kontaktieren
- Kanalnetzbetreiber / Stadtentwässerung fragen, ob und unter welchen Bedingungen eine Einleitung in den Kanal überhaupt denkbar ist
- Bodengutachten bzw. Durchlässigkeitsnachweis einholen, falls versickert werden soll
Wer ohne Klärung einleitet, riskiert später Nachforderungen, Stilllegungsanordnungen und Rückbaukosten.
Welche Fehler machen eine Drainage unwirksam?
Drainage ohne Ursachenanalyse
Wenn die Feuchtigkeit durch Kondensation oder aufsteigende Feuchte entsteht, löst eine Drainage das Problem nicht.
Fehlendes oder falsches Gefälle
Wasser kann stehen bleiben oder sich in der Leitung sammeln.
Kein Filtervlies
Feine Bodenpartikel können das System zusetzen und die Wasseraufnahme verschlechtern.
Falsche Kies- oder Materialauswahl
Nicht jedes Material eignet sich als Filter- oder Dränschicht.
Fehlende Kontrollschächte
Ohne Zugang ist die Wartung und Reinigung erschwert.
Drainage ohne Außenabdichtung
Eine Drainage kann Wasser ableiten, verhindert aber nicht automatisch das Eindringen durch eine beschädigte Kellerwand.
Wasser ohne gesicherten Ablauf
Das Wasser wird dann möglicherweise nur an eine andere Stelle verlagert.
Zu hoch oder zu tief verlegt
Die Lage muss zur Fundamentunterkante, Kellerwand und Wasserbelastung passen. Ein falscher Aushub kann die Standsicherheit gefährden.
Keine Rücksicht auf Nachbargrundstück und Baurecht
Wasser darf nicht einfach auf fremde Grundstücke oder öffentliche Flächen geleitet werden.
Drainage im Garten – Installation leicht gemacht

Die Installation einer Drainage im Garten ähnelt der Haus-Drainage, unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten:
- Beurteilung des Gartens
- Identifizieren Sie feuchte Stellen, Mulden und Bereiche mit schlechter Pflanzengesundheit.
- Überprüfen Sie Bodenart und Geländeneigung.
- Entwurf des Drainagesystems
- Legen Sie den Verlauf der Gräben fest, achten Sie auf bestehende Strukturen.
- Bestimmen Sie, ob Mulden, Rinnen oder Sickerschächte nötig sind, um den Wasserfluss abzuleiten.
- Gräben ausheben und Rohre verlegen
- Tiefe und Breite richten sich nach dem Rohrdurchmesser und der gewünschten Kapazität.
- Perforierte Rohre auf Kiesbett legen, Perforationen nach unten.
- Vlies um das Rohr legen, um Verstopfungen durch Erde zu verhindern.
- Abdeckung und Test
- Gräben mit Kies auffüllen, Erde aufschütten und den Boden verdichten.
- Wasserfluss testen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.
Hinweis: Die grundsätzlichen Schritte (Aushub, Rohrverlegung, Vlies, Test) entsprechen der Haus-Drainage. Der Fokus im Garten liegt auf der Anpassung an das Gelände, die Pflanzenflächen und die Oberflächenentwässerung.
FAQ zu Drainage
Welcher Splitt für Drainagebeton?
Für Drainagebeton (durchlässiger Beton / Drainagemörtel) wird meist ein gewaschener Splitt in der Körnung 5–8 mm empfohlen. Diese Größe lässt sich gut mit speziellen Bindemitteln mischen, ergibt eine stabile Matrix und behält gleichzeitig genügend Poren für die Wasserdurchlässigkeit.
- Typische Gesteine: Kalkstein, Basalt, Basaltlava, Diabas, Granit (regional unterschiedlich).
- Wichtig: Splitt muss gewaschen und frei von Feinanteilen sein, sonst verstopfen die Poren schnell.
Welcher Sand für Drainage?
Sand allein ist für klassische Bau-Drainagen (Haus, Garten, Terrasse) nicht ideal, kann aber ergänzend eingesetzt werden:
- Grobkörniger Sand (z. B. 0–2 mm oder 0–4 mm, je nach Anwendung) kann als Füllsand oder zur Verbesserung schwerer Böden dienen.
- Sehr feiner Sand ist ungeeignet, weil zwischen den Körnern kaum Wasser abfließt.
- In Kübelpflanzen-Drainage wird Sand oft mit gröberem Material (Kies, Splitt, Blähton) gemischt, um Hohlräume zu vergrößern.
Für die eigentliche Sickerschicht um Drainagerohre ist Sand aber nicht das Hauptmaterial – hier kommt Kies/Splitt zum Einsatz.
Welcher Kies für Drainagebeton?
Für Drainagebeton wird in der Regel kein klassischer Rundkies, sondern gebrochener Splitt verwendet (siehe oben: 5–8 mm), weil die Kanten die Verzahnung im Beton verbessern und die Porenstruktur stabilisieren.
Wenn es um normalen Beton mit Drainagefunktion geht (z. B. wasserdurchlässige Platten), kommen oft Körnungen im Bereich 0/16 oder 0/32 als Zuschlag infrage – aber das ist dann eher „durchlässiger Beton“ als klassische Rohr-Drainage.
Welcher Kies für Drainagerohr?
Für die Filterschicht um das Drainagerohr (Sickerkies) haben sich folgende Körnungen bewährt:
- Kies 8/16 mm: Standard für viele Haus- und Garten-Drainagen.
- Kies 16/32 mm: bei höherem Wasseranfall, Hangdrainagen oder größeren Gräben.
Wichtig:
- Nur gewaschener Kies ohne Feinanteile verwenden.
- Kein normaler Baukies mit Schluff/Lehm – der verstopft die Drainage schnell.
Welches Drainagerohr für Haus?
Für die Gebäude- und Grundstücksdrainage (Haus, Keller, Fundament) werden üblicherweise verwendet:
- Perforierte Kunststoff-Drainagerohre DN 100 (Ø ca. 100 mm), teilweise auch DN 150 bei großem Wasseranfall.
- Das Rohr wird in ein Kiesbett 16/32 mm (oder 8/16 mm) gelegt und komplett mit Filterkies umhüllt.
- Oft wird das Rohr zusätzlich mit einem Filtervlies umwickelt oder das Vlies als „Schlauch“ um Kies + Rohr gelegt.
Welches Drainagevlies?
Für Drainagen wird ein Geotextil-Vlies (Filtervlies) verwendet, das:
- Wasser durchlässt,
- aber Feinmaterial (Schluff, Lehm, Sand) zurückhält und so ein Zuschlämmen des Kieses verhindert.
Welches Vlies zwischen Drainage und Erde?
Genau das oben genannte Filtervlies / Geotextil:
- Direkt auf den ausgehobenen Grabenboden und die Grabenwände,
- dann Kies (8/16 oder 16/32),
- dann Rohr,
- dann wieder Kies,
- dann Vlies über dem Kies zusammenführen und überschüssige Erde darauf.
So bleibt die Sickerschicht langfristig durchlässig.
Drainage: Welche Firma?
Bei der Auswahl einer Firma für Drainagearbeiten achten Sie auf:
Erfahrung mit Gebäude- und Grundstücksdrainagen (nicht nur Gartenbau),
Kenntnis der relevanten DIN-Normen (z. B. DIN 4095 für Dränungen).
Angebot mit klarer Aufschlüsselung von:
- Grabentiefe und -breite,
- Rohr-Durchmesser (DN 100/150),
- Kies-Körnung (8/16 oder 16/32),
- Vlies-Typ und -Führung



