Schwarzer Schimmel kann durch unterschiedliche Pilzarten verursacht werden und gehört zu den hartnäckigsten Formen von Befall in Innenräumen. Dabei können feine Sporen in die Raumluft gelangen.
In diesem Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Ursache für schwarzen Schimmel ermitteln, welche Maßnahmen bei kleinen Befallstellen wirklich wirksam sind und wie Sie Ihr Zuhause langfristig schimmelfrei halten können.

Was ist schwarzer Schimmel?
Als „schwarzer Schimmel“ werden umgangssprachlich verschiedene Schimmelpilzarten bezeichnet, die eine dunkle bis schwarze Färbung haben. Besonders bekannt ist Stachybotrys chartarum, der häufig auf feuchten, cellulosehaltigen Materialien wie Tapeten, Gipskarton oder Holz wächst. Nicht jeder schwarze Fleck ist automatisch dieser spezielle Schimmelpilz, dennoch sollte jeder Schimmelbefall ernst genommen werden.
Ist schwarzer Schimmel gesundheitsschädlich?
Ja – schwarzer Schimmel kann die Gesundheit beeinträchtigen, insbesondere bei längerem Kontakt. Mögliche Symptome sind:
- Reizungen der Atemwege
- Husten und Atemnot
- Kopfschmerzen und Müdigkeit
- Allergische Reaktionen
- Verschlimmerung von Asthma
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Deshalb sollte Schimmelbefall niemals ignoriert werden.
Wie entsteht schwarzer Schimmel?
Die häufigste Ursache für schwarzen Schimmel in den Regionen Heilbronn und Würzburg ist eine mangelhafte oder beschädigte Bauwerksabdichtung. Dringt Wasser durch:
- undichte Außenwände,
- fehlende oder geschädigte Horizontalsperren,
- erdberührte Bauteile wie Kellerwände, Kellerböden oder
- kapillar aufsteigende Feuchtigkeit
in das Haus ein, entstehen dauerhaft feuchte Bereiche im Mauerwerk. Diese Feuchtigkeit führt nicht nur zu Schimmelbildung, sondern kann langfristig zu Putzabplatzungen, Salzschäden und Energieverlusten führen.
Weitere Risikofaktoren: Rohrbrüche und verdeckte Wasserschäden
Auch Wasserschäden durch Rohrbrüche, undichte Heizungsleitungen oder defekte Installationsteile verursachen häufig unsichtbare Feuchtigkeit in Wänden. In vielen Fällen tritt schwarzer Schimmel erst Wochen später als sichtbares Symptom auf – obwohl der eigentliche Schaden im Inneren der Wand liegt.
Wo tritt schwarzer Schimmel besonders häufig auf?
Schwarzer Schimmel tritt besonders häufig dort auf, wo dauerhaft Feuchtigkeit, wenig Luftzirkulation und kalte Oberflächen zusammenkommen. Die häufigsten Stellen sind:
- Badezimmer: Silikonfugen, Fliesenfugen, Duschbereiche, Decken und Ecken.
- Fenster und Fensterlaibungen: vor allem bei Kondenswasser, Wärmebrücken oder schlechter Dämmung.
- Keller und Waschküche: an Außenwänden, Decken und hinter gelagerten Gegenständen.
- Küche: hinter Schränken, Kühlschrank und Spüle sowie an schlecht belüfteten Wandbereichen.
- Kalte Außenwände und Raumecken: besonders hinter Möbeln, wenn diese dicht an der Wand stehen.
- Bereiche nach Wasserschäden: etwa nach Rohrbrüchen, undichten Dächern oder feuchten Wänden.
Schwarzer Schimmel beseitigen: So gehen Experten vor
Um den entstandenen Schimmelschaden fachgerecht zu beseitigen ist es wichtig mit den richtigen Verfahren und vor allem mit der richtigen Vorbereitung zu beginnen. Selbstverständlich sollte die Ursache im Vorfeld geklärt und abgestellt sein.
1. Abschottung aufbauen. Eine Abschottung vom konterminierten Bereich zum nicht konterminierten Bereich ist maßgeblich wichtig, damit beim Rückbau und Beseitigung des Schadens andere Bereiche nicht ebenfalls mit dem Schimmelpilz belastet werden. Hierzu werden Folienwände aufgebaut und entsprechend an allen Anschlussbereichen abgeklebt. Die Zugänglichkeit wird durch Staubschutztüren ermöglicht.
2. Eine Unterdruckanlage wird installiert und mittels spezieller Filteranlagen und einem Abluftschlauchsystem nach Außen geführt. Ist das nicht möglich bedarf es zusätzlichen Maßnahmen.
3. Das Abtöten des Schimmelpilzes mittels geeigneten Myzels und Sporenvernichtern ist nicht nur wichtig für die Oberflächen, sondern auch für die Profis, die den Schimmel anschließend entfernen. Hierzu eignen sich am besten Flächenentkeimer auf Basis von Aktivsauerstoff und stabilisierenden Fruchtsäuren.
Der Vorteil liegt in der sehr geringen Geruchsentwicklung und der nicht bleichenden Wirkung. Nach der Behandlung ist der Schimmel weiterhin sichtbar und der Arbeitsbereich ist klar.
Materialien auf Chlorbasis bleichen den Schimmel aus und bei größeren Flächen kann es passieren das der Rückbau fehlerhaft und zu gering ausgeführt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass chlorhaltige Materialien die Atemwege stark reizen und der Geruch sich natürlich auch im Haus ausbreiten kann.
Auch Alkohole, wie Isopropanol, eigenen sich für die Schimmelpilzabtötung, aber auch hier entsteht ein starker Alkoholgeruch, der sich auch Tage später im Haus befindet und besonders in Kleidung und Holzbauteilen lange wiederfindet. Ein sehr ausgiebiges Lüften ist somit erforderlich.
4. Der Rückbau erfolgt mindestens 50 cm über den befallenen Bereich hinaus. Hierbei werden die Oberflächen abgeschliffen und ggf. befallener Putz vollständig zurückgebaut. Gipsputze und alle organischen befallenen Materialien, wie z.B. Tapeten oder Holz sind vollständig zurückzubauen.
5. Nach erfolgtem Rückbau ist eine weitere Demobilisierung mit einem Flächenentkeimer erforderlich.
6. Eine anschließende Reinigung des gesamten Raumes mittels spezieller Staubsauger mit Hepa13 Filter sollte selbstverständlich auch erfolgen.
7. Evtl. ist nun auch eine Raumtrocknung erforderlich. Je nachdem ob der Untergrund durchnässt ist, muss diese Raumtrocknung über mehrere Tage erfolgen und vor dem Neuaufbau sollten die Flächen erneut auf Trockenheit geprüft werden.
Schwarzer Schimmel vorbeugen
In Kombination mit baulichen Mängeln kann auch ein ungünstiges Nutzungsverhalten das Schimmelrisiko erhöhen. Wichtig sind:
- Regelmäßiges Stoßlüften, um Luftfeuchtigkeit abzuführen
- Kontinuierliches Heizen, um Kondensation an kalten Wänden zu verhindern
- Freie Luftzirkulation (keine Möbel direkt an Außenwänden)
Ohne ausreichende Lüftung und Temperaturregulierung können selbst leicht feuchte Wandbereiche zu einem Nährboden für schwarzen Schimmel werden.
Tipps zum richtigen Lüften finden Sie in unserem Ratgeber.
Warum Experten hinzugezogen werden sollten
Gerade im Raum Buchen und Umgebung lohnt es sich, bei Feuchtigkeits- oder Schimmelproblemen sachverständige Experten einzuschalten. Professionelle Fachleute für trockene Häuser verfügen über spezielle Messgeräte wie Feuchtemessung, Wärmebildkamera oder Salzanalysen und können exakt feststellen, woher die Feuchtigkeit wirklich kommt.
Nur ein fundiertes Gutachten ermöglicht eine nachhaltige Sanierung – etwa durch nachträgliche Horizontalsperren, Außenabdichtung, Trocknung oder gezielte bauliche Maßnahmen.
FAQ: Schwarzer Schimmel
Wie erkenne ich Schwarzschimmel?
- Schwarze Punkte oder Flecken, die sich ausbreiten (häufig in Fugen, Ecken, an Wänden)
- Muffiger, erdiger Geruch
- Feuchte Stellen oder Wasserschäden in der Nähe
Wie lässt sich Schwarzschimmel ordnungsgemäß eliminieren?
Bei kleinen Flächen (< 0,5 m²) können Sie versuchen, dies selbst zu tun (sofern Sie nicht allergisch oder erkrankt sind):
- Beheben Sie die Feuchtigkeitsquelle!
- Behandeln Sie die Stelle mit einem Schimmelentferner (z. B. auf Alkohol- oder Wasserstoffperoxidbasis), Essigessenz oder einem speziellen Schimmelspray.
- Reinigen Sie die Oberfläche gründlich und trocknen Sie sie.
- Bei porösen Materialien (Trockenbauwände, Teppichboden) sollten Sie diese oft vollständig entfernen und ersetzen.
Bei größerem Befall → Beauftragen Sie ein professionelles Unternehmen (Sanierung gemäß den Richtlinien des Umweltbundesamtes oder der Suva). Tragen Sie Schutzkleidung (Atemschutzmaske, Handschuhe). Lüften Sie gut und verlassen Sie den Raum, falls erforderlich.
Wie sieht schwarzer Schimmel aus?
Schwarzer Schimmel zeigt sich meist als schwarze, dunkelbraune oder grauschwarze Verfärbung. Er kann punktförmig beginnen und sich später zu größeren Flecken, Rändern oder flächigen Belägen ausbreiten. Die Oberfläche wirkt je nach Entwicklungsstadium samtig, pelzig, staubig oder schmierig.
Typische Merkmale sind:
- Kleine schwarze Punkte oder Sprenkel.
- Unregelmäßige dunkle Flecken.
- Schwarze Beläge in Silikon- und Fliesenfugen.
- Dunkle Stellen an Tapeten, Gipskarton oder feuchten Wänden.
- Ein muffiger oder erdiger Geruch.
Wann bildet sich schwarzer Schimmel?
Schwarzer Schimmel bildet sich, sobald die richtigen Bedingungen über längere Zeit zusammenkommen. Er entsteht nicht „plötzlich aus dem Nichts“, sondern wenn Schimmelsporen (die praktisch überall in der Luft sind) auf eine feuchte, nährstoffhaltige Oberfläche treffen und dort wachsen können.
Was tun gegen schwarzen Schimmel?
Gehen Sie zunächst der Ursache auf den Grund: Prüfen Sie beispielsweise Kondenswasser, undichte Stellen, Wasserleitungen und die Luftfeuchtigkeit. Lüften und trocknen allein reichen nicht aus, wenn ein baulicher Feuchteschaden vorliegt.
Wie bekommt man schwarzen Schimmel aus Silikonfugen?
Wenn der Schimmel in die Silikonfuge eingedrungen ist, hilft oberflächliches Putzen meist nicht dauerhaft. Die befallene Fuge sollte vollständig entfernt und anschließend erneuert werden. Das Umweltbundesamt nennt befallene Silikonfugen ausdrücklich als Material, das entfernt werden sollte.
Die neue Fuge muss fachgerecht hergestellt und dicht sein. Bei Fugen in Dusche, Badewanne oder an anderen wasserbelasteten Stellen kann eine fehlerhafte Erneuerung weitere Feuchteschäden verursachen; deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale hierfür einen Fachbetrieb.
Ab wann wird Schwarzschimmel gefährlich?
Es gibt keine scharfe Grenze („ab X Quadratzentimetern ist es gefährlich“). Schwarzer Schimmel kann schon bei kleinem Befall gesundheitlich relevant werden – vor allem abhängig von der Dauer der Belastung, der Menge der freigesetzten Sporen/Mykotoxine und der individuellen Empfindlichkeit.
Ist es möglich, schwarzen Schimmel abzuwaschen?
Ja, oberflächlicher schwarzer Schimmel ist teilweise abwaschbar – aber nicht immer und nicht vollständig.
Wie schnell bildet sich nach einem Wasserschaden schwarzer Schimmel?
Nach einem Wasserschaden kann schwarzer Schimmel relativ schnell entstehen – oft schon innerhalb weniger Tage, wenn die betroffenen Materialien feucht bleiben.
Wie riecht schwarzer Schimmel?
Schwarzer Schimmel riecht typischerweise muffig, modrig und erdig.
Die meisten Menschen beschreiben den Geruch so:
- muffig / modrig (wie in einem lange nicht gelüfteten Keller)
- erdig (ähnlich feuchter Erde oder Waldboden)
- feucht-dumpf
- manchmal etwas stechend oder „pilzig“
Der Geruch entsteht durch flüchtige organische Verbindungen (mVOCs), die der Schimmel beim Wachsen abgibt. Er kann schon wahrnehmbar sein, bevor man den Schimmel deutlich sieht – besonders wenn er hinter Wänden, unter Fußböden oder in Hohlräumen wächst.
Geht schwarzer Schimmel von selbst wieder weg?
Nein, schwarzer Schimmel geht in der Regel nicht von alleine weg.
Solange die Feuchtigkeitsquelle besteht (z. B. undichte Stelle, Kondenswasser, hohe Luftfeuchtigkeit), wächst der Schimmel weiter oder bleibt aktiv. Auch wenn die Oberfläche irgendwann etwas trockener wird, verschwindet der Befall nicht von selbst.



